Inhouse Studios
Videostudio in München mieten oder bauen: Ab wann sich was lohnt
Was zur Tagesmiete eines Mietstudios in München dazukommt, worauf es bei der Auswahl ankommt und ab wie vielen Produktionen ein eigenes Studio günstiger ist.
Ein Videostudio in München zu mieten ist günstiger, solange weniger als etwa sechs Produktionen im Jahr anstehen. Ab rund zwölf Produktionen im Jahr, also etwa einmal im Monat, wird ein eigenes Studio in der Regel wirtschaftlicher. Dazwischen entscheiden nicht die Kosten, sondern Vertraulichkeit und die Frage, ob kurzfristig gesendet werden muss. Die Tagesmiete allein sagt dabei wenig. Erst mit Anfahrt, Aufbau, Team und Terminabstimmung ist der Vergleich ehrlich.
Schwellenwerte und Technikpreise aus eigenen Projekten in München und Oberbayern 2023–2026, netto, ohne Fläche. Einzelfälle weichen ab.
Was zur Tagesmiete dazukommt
Studios in München werden meist als Tagesmiete angeboten. Die Einstiegspreise für die reine Fläche beginnen bei einigen hundert Euro pro Tag. Mit Technik, Kamera und Team liegen die Angebote deutlich darüber, und in Messezeiten oder in der Hochsaison verlangen viele Studios Aufschläge. Der Vergleich mit einem eigenen Studio gelingt erst, wenn alle Posten pro Produktion nebeneinanderstehen:
| Posten | Wird oft übersehen, weil | Im Angebot klären |
|---|---|---|
| Aufbau und Abbau | Als Nebenzeit extra berechnet, oder als Mietzeit gezählt | Ist die Aufbauzeit in den Stunden enthalten? |
| Kamera, Licht, Ton | Studio nennt nur den Raumpreis | Welches Equipment ist Standard, was kostet extra? |
| Team und Regie | Oft erst im zweiten Angebot sichtbar | Wer bedient Technik, Kamera und Teleprompter? |
| Anfahrt und Wartezeit | Zählt als Arbeitszeit der Beteiligten, nicht als Kostenposten | Wie weit ist das Studio vom Sitz der Geschäftsführung? |
| Storno und Verschiebung | Termine mit Vorstand wandern häufig | Bis wann ist eine Verschiebung kostenlos? |
| Vertraulichkeit | Fremde Teams im Haus, andere Mieter im Flur | Gibt es eine Geheimhaltungsvereinbarung und getrennte Zugänge? |
Die Rechnung: Wann das eigene Studio günstiger wird
Für ein eigenes Studio fallen Investition und laufender Betrieb an. Ein kompaktes Studio mit einer Sprecherposition kostet in München in der Technik rund 20.000 bis 40.000 Euro. Der laufende Betrieb liegt je nach Betreuungstiefe bei rund 400 bis 5.000 Euro im Monat: Wer selbst betreibt, zahlt vor allem mit interner Arbeitszeit, wer einen Managed Service bucht, mit einer festen Monatsrate. Der Kipppunkt ergibt sich so:
Produktionen pro Jahr = (Investition je Jahr + Betrieb je Jahr) ÷ Kosten je externem Produktionstag
Das folgende Rechenbeispiel nimmt 30.000 Euro Technik, verteilt auf fünf Jahre, also 6.000 Euro pro Jahr. Als Preis für einen externen Produktionstag inklusive Technik und Team sind 1.800 Euro angenommen. Das ist eine Annahme für die Rechnung, kein Marktpreis. Setzen Sie hier Ihr eigenes Angebot ein.
| Laufender Betrieb | Gesamt je Jahr* | bei 1.200 € je Miettag | bei 1.800 € je Miettag | bei 2.500 € je Miettag |
|---|---|---|---|---|
| 400 € im Monat | 10.800 € | 9 | 6 | 4 |
| 1.300 € im Monat | 21.600 € | 18 | 12 | 9 |
| 5.000 € im Monat | 66.000 € | 55 | 37 | 26 |
* Technik 30.000 € über fünf Jahre (6.000 € je Jahr) plus Betrieb. Die Zahlen in den rechten Spalten sind die Produktionen pro Jahr, ab denen sich das eigene Studio rechnet, auf ganze Zahlen gerundet. Die Fläche ist nicht enthalten.
Zwei Dinge lassen sich daraus ablesen. Erstens hängt der Kipppunkt stärker an der Betreuungstiefe als an der Technik: Ein Studio mit voller Betreuung braucht deutlich mehr Auslastung, um sich gegenüber dem Mieten zu rechnen. Zweitens sprechen für das eigene Studio häufig Argumente, die in der Tabelle nicht stehen, etwa der Sendestart innerhalb von Stunden bei einer Ad-hoc-Mitteilung oder die Vertraulichkeit bei Personal- und M&A-Themen. Eine Gegenüberstellung nach diesen Kriterien steht in der Wissensseite Inhouse Studio oder externer Dienstleister?
Der häufigste Fehler
Verglichen wird die Tagesmiete mit den Technikkosten des eigenen Studios. Dabei fehlen auf der einen Seite Aufbau, Team, Anfahrt und Terminabstimmung, auf der anderen Seite Fläche, Betrieb und Auslastung. Wer nur zwei Zahlen gegenüberstellt, trifft die Entscheidung meist zugunsten der niedrigeren Zahl und nicht der niedrigeren Gesamtkosten.
Die Fläche ist in München der unbequeme Posten
Ein eigenes Studio braucht einen Raum mit etwa 20 bis 35 Quadratmetern, der dauerhaft belegt ist. Bei Münchner Büromieten ist das ein eigener Kostenblock, der auf fünf Jahre oft in derselben Größenordnung liegt wie die Technik. Diese Rechnung fehlt im obigen Beispiel bewusst, weil sie je nach Objekt stark schwankt. Sie verschiebt den Kipppunkt nach oben, wenn der Raum sonst leer stünde, und kaum, wenn ohnehin eine Fläche frei ist. Wie sich die Fläche und die Bestandsgebäude in München auswirken, steht im Beitrag Inhouse Studio in München bauen: Kosten, Fläche und Zeitplan.
Mietstudio in München auswählen: Fünf Prüfpunkte
Wer sich fürs Mieten entscheidet, sollte das Studio vor der Buchung ansehen und diese Punkte prüfen:
- Akustik und Außenlärm — Straßenbahn, Baustellen oder Nachbarräume sind im Bild nicht zu sehen, in der Aufnahme aber zu hören. Eine kurze Probeaufnahme zeigt das schneller als jeder Prospekt.
- Verdunkelung und Lichtgrundlage — Tageslicht verändert das Bild im Lauf des Tages. Ein Studio ohne Fensterfront liefert gleichbleibende Ergebnisse.
- Zufahrt und Anlieferung — Ladezone, Aufzug und Wege für Equipment und Set. Das entscheidet, ob der Aufbau zwei oder vier Stunden dauert.
- Internetanbindung — für Livestreams ein Kabelanschluss mit gesichertem Upload, nicht das Gäste-WLAN.
- Vertraulichkeit — wer im Haus ist, wer Zugang hat, wie Material gelöscht wird.
Der Mittelweg: Eigenes Studio für den Alltag, Miete für Großformate
Viele Unternehmen müssen sich nicht für eines von beidem entscheiden. Ein kompaktes eigenes Studio deckt Statements der Geschäftsführung, Schulungen und kleinere Streams ab. Aufwendige Formate mit Publikum, Bühne oder großem Setbau werden zusätzlich extern produziert. Voraussetzung ist, dass die Technik des eigenen Studios anschlussfähig ist und Signale externer Teams ohne Umbau aufnehmen kann. Ein Studio im Bestandsraum beginnt in München bei rund 10.000 bis 20.000 Euro und lässt sich später ausbauen.
Faustregel
Unter etwa sechs Produktionen im Jahr: mieten. Ab etwa zwölf: ein eigenes Studio durchrechnen, mit Betrieb und Fläche. Bei sensiblen Inhalten oder kurzfristigen Sendeanlässen kann das eigene Studio auch früher richtig sein.
Fazit
Mieten und Bauen sind in München keine Glaubensfrage, sondern eine Rechenaufgabe mit drei Eingaben: Produktionen pro Jahr, Betreuungstiefe und Fläche. Für wenige, aufwendige Produktionen ist ein Mietstudio die naheliegende Lösung. Wer regelmäßig sendet, vertrauliche Inhalte produziert oder kurzfristig reagieren muss, sollte ein eigenes Studio mit echten Zahlen durchrechnen, statt Tagesmiete und Gerätepreis gegenüberzustellen.