Inhouse Studios

Videostudio in München mieten oder bauen: Ab wann sich was lohnt

Was zur Tagesmiete eines Mietstudios in München dazukommt, worauf es bei der Auswahl ankommt und ab wie vielen Produktionen ein eigenes Studio günstiger ist.

6 Min. Lesezeit Marvin Ruth

Ein Videostudio in München zu mieten ist günstiger, solange weniger als etwa sechs Produktionen im Jahr anstehen. Ab rund zwölf Produktionen im Jahr, also etwa einmal im Monat, wird ein eigenes Studio in der Regel wirtschaftlicher. Dazwischen entscheiden nicht die Kosten, sondern Vertraulichkeit und die Frage, ob kurzfristig gesendet werden muss. Die Tagesmiete allein sagt dabei wenig. Erst mit Anfahrt, Aufbau, Team und Terminabstimmung ist der Vergleich ehrlich.

<6 / Jahr Produktionen: Mietstudio meist günstiger
~12 / Jahr Produktionen: eigenes Studio meist günstiger
20–40 T€ Technik für ein kompaktes eigenes Studio

Schwellenwerte und Technikpreise aus eigenen Projekten in München und Oberbayern 2023–2026, netto, ohne Fläche. Einzelfälle weichen ab.

Was zur Tagesmiete dazukommt

Studios in München werden meist als Tagesmiete angeboten. Die Einstiegspreise für die reine Fläche beginnen bei einigen hundert Euro pro Tag. Mit Technik, Kamera und Team liegen die Angebote deutlich darüber, und in Messezeiten oder in der Hochsaison verlangen viele Studios Aufschläge. Der Vergleich mit einem eigenen Studio gelingt erst, wenn alle Posten pro Produktion nebeneinanderstehen:

PostenWird oft übersehen, weilIm Angebot klären
Aufbau und AbbauAls Nebenzeit extra berechnet, oder als Mietzeit gezähltIst die Aufbauzeit in den Stunden enthalten?
Kamera, Licht, TonStudio nennt nur den RaumpreisWelches Equipment ist Standard, was kostet extra?
Team und RegieOft erst im zweiten Angebot sichtbarWer bedient Technik, Kamera und Teleprompter?
Anfahrt und WartezeitZählt als Arbeitszeit der Beteiligten, nicht als KostenpostenWie weit ist das Studio vom Sitz der Geschäftsführung?
Storno und VerschiebungTermine mit Vorstand wandern häufigBis wann ist eine Verschiebung kostenlos?
VertraulichkeitFremde Teams im Haus, andere Mieter im FlurGibt es eine Geheimhaltungsvereinbarung und getrennte Zugänge?

Die Rechnung: Wann das eigene Studio günstiger wird

Für ein eigenes Studio fallen Investition und laufender Betrieb an. Ein kompaktes Studio mit einer Sprecherposition kostet in München in der Technik rund 20.000 bis 40.000 Euro. Der laufende Betrieb liegt je nach Betreuungstiefe bei rund 400 bis 5.000 Euro im Monat: Wer selbst betreibt, zahlt vor allem mit interner Arbeitszeit, wer einen Managed Service bucht, mit einer festen Monatsrate. Der Kipppunkt ergibt sich so:

Produktionen pro Jahr = (Investition je Jahr + Betrieb je Jahr) ÷ Kosten je externem Produktionstag

Das folgende Rechenbeispiel nimmt 30.000 Euro Technik, verteilt auf fünf Jahre, also 6.000 Euro pro Jahr. Als Preis für einen externen Produktionstag inklusive Technik und Team sind 1.800 Euro angenommen. Das ist eine Annahme für die Rechnung, kein Marktpreis. Setzen Sie hier Ihr eigenes Angebot ein.

Notwendige Produktionen pro Jahr, bis das eigene Studio günstiger ist als Mieten, bei 1.800 € je externem Tag. Die Faustregel von rund zwölf Produktionen im Jahr gilt für einen mittleren Betrieb, nicht für jedes Setup.
Laufender BetriebGesamt je Jahr*bei 1.200 € je Miettagbei 1.800 € je Miettagbei 2.500 € je Miettag
400 € im Monat10.800 €964
1.300 € im Monat21.600 €18129
5.000 € im Monat66.000 €553726

* Technik 30.000 € über fünf Jahre (6.000 € je Jahr) plus Betrieb. Die Zahlen in den rechten Spalten sind die Produktionen pro Jahr, ab denen sich das eigene Studio rechnet, auf ganze Zahlen gerundet. Die Fläche ist nicht enthalten.

Zwei Dinge lassen sich daraus ablesen. Erstens hängt der Kipppunkt stärker an der Betreuungstiefe als an der Technik: Ein Studio mit voller Betreuung braucht deutlich mehr Auslastung, um sich gegenüber dem Mieten zu rechnen. Zweitens sprechen für das eigene Studio häufig Argumente, die in der Tabelle nicht stehen, etwa der Sendestart innerhalb von Stunden bei einer Ad-hoc-Mitteilung oder die Vertraulichkeit bei Personal- und M&A-Themen. Eine Gegenüberstellung nach diesen Kriterien steht in der Wissensseite Inhouse Studio oder externer Dienstleister?

Der häufigste Fehler

Verglichen wird die Tagesmiete mit den Technikkosten des eigenen Studios. Dabei fehlen auf der einen Seite Aufbau, Team, Anfahrt und Terminabstimmung, auf der anderen Seite Fläche, Betrieb und Auslastung. Wer nur zwei Zahlen gegenüberstellt, trifft die Entscheidung meist zugunsten der niedrigeren Zahl und nicht der niedrigeren Gesamtkosten.

Die Fläche ist in München der unbequeme Posten

Ein eigenes Studio braucht einen Raum mit etwa 20 bis 35 Quadratmetern, der dauerhaft belegt ist. Bei Münchner Büromieten ist das ein eigener Kostenblock, der auf fünf Jahre oft in derselben Größenordnung liegt wie die Technik. Diese Rechnung fehlt im obigen Beispiel bewusst, weil sie je nach Objekt stark schwankt. Sie verschiebt den Kipppunkt nach oben, wenn der Raum sonst leer stünde, und kaum, wenn ohnehin eine Fläche frei ist. Wie sich die Fläche und die Bestandsgebäude in München auswirken, steht im Beitrag Inhouse Studio in München bauen: Kosten, Fläche und Zeitplan.

Streaming-Studio in einem Unternehmen
Ein Firmenstudio rechnet sich, wenn es oft genutzt wird. Dafür helfen kurze Wege im Haus und eine Bedienung, die ohne Techniker funktioniert.

Mietstudio in München auswählen: Fünf Prüfpunkte

Wer sich fürs Mieten entscheidet, sollte das Studio vor der Buchung ansehen und diese Punkte prüfen:

  • Akustik und Außenlärm — Straßenbahn, Baustellen oder Nachbarräume sind im Bild nicht zu sehen, in der Aufnahme aber zu hören. Eine kurze Probeaufnahme zeigt das schneller als jeder Prospekt.
  • Verdunkelung und Lichtgrundlage — Tageslicht verändert das Bild im Lauf des Tages. Ein Studio ohne Fensterfront liefert gleichbleibende Ergebnisse.
  • Zufahrt und Anlieferung — Ladezone, Aufzug und Wege für Equipment und Set. Das entscheidet, ob der Aufbau zwei oder vier Stunden dauert.
  • Internetanbindung — für Livestreams ein Kabelanschluss mit gesichertem Upload, nicht das Gäste-WLAN.
  • Vertraulichkeit — wer im Haus ist, wer Zugang hat, wie Material gelöscht wird.

Der Mittelweg: Eigenes Studio für den Alltag, Miete für Großformate

Viele Unternehmen müssen sich nicht für eines von beidem entscheiden. Ein kompaktes eigenes Studio deckt Statements der Geschäftsführung, Schulungen und kleinere Streams ab. Aufwendige Formate mit Publikum, Bühne oder großem Setbau werden zusätzlich extern produziert. Voraussetzung ist, dass die Technik des eigenen Studios anschlussfähig ist und Signale externer Teams ohne Umbau aufnehmen kann. Ein Studio im Bestandsraum beginnt in München bei rund 10.000 bis 20.000 Euro und lässt sich später ausbauen.

Faustregel

Unter etwa sechs Produktionen im Jahr: mieten. Ab etwa zwölf: ein eigenes Studio durchrechnen, mit Betrieb und Fläche. Bei sensiblen Inhalten oder kurzfristigen Sendeanlässen kann das eigene Studio auch früher richtig sein.

Fazit

Mieten und Bauen sind in München keine Glaubensfrage, sondern eine Rechenaufgabe mit drei Eingaben: Produktionen pro Jahr, Betreuungstiefe und Fläche. Für wenige, aufwendige Produktionen ist ein Mietstudio die naheliegende Lösung. Wer regelmäßig sendet, vertrauliche Inhalte produziert oder kurzfristig reagieren muss, sollte ein eigenes Studio mit echten Zahlen durchrechnen, statt Tagesmiete und Gerätepreis gegenüberzustellen.

Weiterführend

Veroeffentlicht am 20. Oktober 2026 · Marvin Ruth
Quellen: Technik- und Betriebskosten: eigene Projektpraxis für Inhouse Studios in München und Oberbayern, 2023–2026, netto, ohne Fläche. Schwellenwerte: Inhouse Studio oder externer Dienstleister? Der Preis je externem Produktionstag im Rechenbeispiel ist eine Annahme, kein Marktpreis.

Mieten oder eigenes Studio in München?

Wir rechnen es mit Ihren Zahlen durch: Produktionen pro Jahr, Vertraulichkeit und vorhandene Fläche.

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