Inhouse Studios
Wohin das Budget beim Inhouse Studio wirklich fließt
Die Technik ist selten der größte Posten. Wie sich die Investition in ein Inhouse Studio tatsächlich verteilt — und welcher unterschätzte Anteil über die Qualität entscheidet.
Wer ein Inhouse Studio plant, denkt zuerst an Kameras, Licht und die LED-Wand. In der Abrechnung ist die Medientechnik zwar der größte Einzelposten — aber nie die Mehrheit des Budgets. Über die wahrgenommene Qualität entscheiden am Ende zwei Gewerke, die auf keiner Geräteliste stehen: Akustik und Licht.
Die Verteilung in der Praxis
Über die von uns kalkulierten Studioprojekte hinweg ergibt sich ein überraschend stabiles Bild. Die Anteile schwanken je nach Raum, aber die Reihenfolge bleibt fast immer gleich:
Warum Akustik so schwer wiegt
Ein Bild lässt sich nachträglich korrigieren, ein Nachhall nicht. Zuschauer verzeihen ein mittelmäßiges Bild erstaunlich lange — bei schlechtem Ton steigen sie innerhalb von Sekunden aus. Genau deshalb ist Akustik kein Ausstattungs-, sondern ein Reichweitenthema.
Werte aus eigenen Projektkalkulationen 2023–2026. Die Spanne bezieht sich auf einen vorhandenen Raum ohne Rohbaumaßnahmen.
Was das für die Ausbaustufen bedeutet
Die drei Größenordnungen, die sich in der Praxis herausgebildet haben — und was jeweils drin ist:
| Stufe | Typisches Format | Kameras | Bedienung |
|---|---|---|---|
| Kompakt | Talking Head, Schulung | 1 | eine Person |
| Mittel | Townhall, CEO-Update | 2–3 | eine Person |
| Ausgebaut | Launch, Hauptversammlung | 3–5 | Regie im Team |
Der häufigste Fehler in der Budgetphase
Die Geräteliste wird sauber kalkuliert, Akustik und Licht werden als „machen wir später“ vertagt. Nachträglich eingebaut kostet beides typischerweise das Eineinhalbfache — und im laufenden Betrieb bedeutet es Sendepausen für die Montage.
Fazit
Wer nur die Technik kalkuliert, kalkuliert etwa 40 Prozent des Projekts. Für eine belastbare Budgetfreigabe gehören Akustik, Licht und Planung von Anfang an in dieselbe Zeile — nicht in eine zweite Phase, die dann meist nicht kommt.