Inhouse Studios

Wohin das Budget beim Inhouse Studio wirklich fließt

Die Technik ist selten der größte Posten. Wie sich die Investition in ein Inhouse Studio tatsächlich verteilt — und welcher unterschätzte Anteil über die Qualität entscheidet.

2 Min. Lesezeit Marvin Ruth

Wer ein Inhouse Studio plant, denkt zuerst an Kameras, Licht und die LED-Wand. In der Abrechnung ist die Medientechnik zwar der größte Einzelposten — aber nie die Mehrheit des Budgets. Über die wahrgenommene Qualität entscheiden am Ende zwei Gewerke, die auf keiner Geräteliste stehen: Akustik und Licht.

Die Verteilung in der Praxis

Über die von uns kalkulierten Studioprojekte hinweg ergibt sich ein überraschend stabiles Bild. Die Anteile schwanken je nach Raum, aber die Reihenfolge bleibt fast immer gleich:

Akustik ist der Posten, der in ersten Entwürfen am häufigsten fehlt — und mit 24 Prozent der zweitgrößte. Wird er gestrichen, bleibt das Studio technisch vollständig und klingt trotzdem nach Konferenzraum.

Warum Akustik so schwer wiegt

Ein Bild lässt sich nachträglich korrigieren, ein Nachhall nicht. Zuschauer verzeihen ein mittelmäßiges Bild erstaunlich lange — bei schlechtem Ton steigen sie innerhalb von Sekunden aus. Genau deshalb ist Akustik kein Ausstattungs-, sondern ein Reichweitenthema.

55–85 T€ Kompaktes Studio, betriebsfertig
6–10 Wo. Von Freigabe bis erster Sendung
~41 % Anteil Akustik und Licht zusammen

Werte aus eigenen Projektkalkulationen 2023–2026. Die Spanne bezieht sich auf einen vorhandenen Raum ohne Rohbaumaßnahmen.

Was das für die Ausbaustufen bedeutet

Die drei Größenordnungen, die sich in der Praxis herausgebildet haben — und was jeweils drin ist:

Kompakt
55.000–85.000 €
Mittel
85.000–150.000 €
Ausgebaut
150.000–300.000 €
StufeTypisches FormatKamerasBedienung
KompaktTalking Head, Schulung1eine Person
MittelTownhall, CEO-Update2–3eine Person
AusgebautLaunch, Hauptversammlung3–5Regie im Team

Der häufigste Fehler in der Budgetphase

Die Geräteliste wird sauber kalkuliert, Akustik und Licht werden als „machen wir später“ vertagt. Nachträglich eingebaut kostet beides typischerweise das Eineinhalbfache — und im laufenden Betrieb bedeutet es Sendepausen für die Montage.

Fazit

Wer nur die Technik kalkuliert, kalkuliert etwa 40 Prozent des Projekts. Für eine belastbare Budgetfreigabe gehören Akustik, Licht und Planung von Anfang an in dieselbe Zeile — nicht in eine zweite Phase, die dann meist nicht kommt.

Weiterführend

Veroeffentlicht am 18. August 2026 · Marvin Ruth
Quellen: Grundlage sind eigene Projektkalkulationen aus Studioprojekten 2023–2026 im Bereich 55.000–300.000 €.

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