Frage & Antwort
Was kostet ein Inhouse Studio?
Kurze Antwort
Ein Inhouse Studio kostet als Grundpreis einmalig 10.000 bis 150.000 Euro — abhängig vom Ausbaugrad, nicht primär von der Unternehmensgröße: ein Starter-Setup im vorhandenen Raum ohne Umbau beginnt bei 10.000 bis 14.000 Euro, ein kompaktes Studio mit einer Sprecherposition (rund 20 bis 35 m²) bei 22.000 bis 40.000 Euro, ein Studio mit Gastbereich für Moderation und Gast (rund 35 bis 70 m²) bei 60.000 bis 95.000 Euro, ein Multi-Set-Studio mit mehreren Settings (ab 70 m²) bei 95.000 bis 150.000 Euro. Kamera und Regie kommen als Zuschlag von 0 bis 85.000 Euro hinzu, je nach Anzahl der Kameras und Regieform. Für kleinere Organisationen ohne Bedarf an einem festen Studio sind produktionsbasierte Formate ab rund 8.000 Euro pro Dreh oft der bessere Einstieg. Kommt ein Managed Service für den laufenden Betrieb hinzu, sind zusätzlich etwa 450 bis 4.800 Euro monatlich einzuplanen.
In 30 Sekunden
- Grundpreis einmalig 10.000 € (Starter) bis 150.000 € (Multi-Set) — entscheidend ist der Ausbaugrad, nicht die Unternehmensgröße.
- Der größte Kostentreiber ist der Raum, nicht die Kamera: schlechte Raumakustik kostet fünfstellig, bevor überhaupt Technik installiert wird.
- Kamera und Regie kommen als Zuschlag von 0 bis 85.000 € hinzu; für den laufenden Betrieb 0 bis 4.800 € monatlich — je nachdem, ob Sie selbst betreiben oder betreuen lassen.
Woraus ein Inhouse Studio besteht
Wer Kosten einschätzen will, sollte zuerst wissen, was überhaupt beschafft wird. Ein Studio ist kein einzelnes Gerät, sondern ein Zusammenspiel aus Raum, Bildtechnik, Licht und einem Platz, von dem aus gesteuert wird. Der schematische Grundriss zeigt die typische Anordnung:
- 1Hintergrund oder Set-Wand — bestimmt die Bildwirkung
- 2Sprecherposition mit Abstand zum Hintergrund
- 3Hauptkamera, frontal
- 4Zweitkamera für Seitenperspektive (ab mittlerer Stufe)
- 5Licht: Führungs-, Flächen- und Haarlicht
- 6Regie- und Bedienplatz, akustisch getrennt
Was Unternehmen je nach Größe typischerweise wählen
Die Mitarbeiterzahl ist ein grober Anhaltspunkt — der eigentliche Kostentreiber ist der Ausbaugrad und die Nutzungsintensität, nicht die Unternehmensgröße. Zuerst die vier Größenordnungen im Verhältnis zueinander:
Skala: 0 bis 150.000 € einmalige Investition als Grundpreis (ohne Kamera-/Regie-Zuschlag), netto.
Als Orientierung, wo vergleichbare Organisationen meist landen:
| Unternehmensgröße | Typischer Ausbau | Einmalig (Grundpreis) | Betrieb |
|---|---|---|---|
| 1–49 Mitarbeitende | Starter oder kompaktes Studio, Eigenbetrieb | 10.000–40.000 € | intern |
| 50–200 | Kompaktes Studio + Remote-Support | 22.000–40.000 € | 450–950 €/M |
| 201–500 | Studio mit Gastbereich (Moderation + Gast) | 60.000–95.000 € | 1.200–2.200 €/M |
| 501–2.000 | Multi-Set-Studio, robuster Betrieb | 95.000–150.000 € | 1.200–2.200 €/M |
| 2.001–10.000 | Multi-Set-Studio, voller Managed Service | 95.000–150.000 € | 2.500–4.800 €/M |
| 10.000+ | Multi-Set mit Redundanz | individuelle Kalkulation | |
Ihren Fall können Sie im Projektkalkulator in zwei Minuten selbst durchspielen — dort wählen Sie zuerst Ihre Unternehmensgröße und sehen dann eine passende Größenordnung.
Die fünf Kostentreiber
- Raumgröße und Zustand — der größte Einzelfaktor. Ein akustisch problematischer Raum mit Glasflächen und harter Lüftung verursacht bauliche Vorleistungen, die schnell einen fünfstelligen Betrag ausmachen, bevor überhaupt Technik installiert wird.
- Kameras, Bildmischung und Regie — der Sprung von einer festen Kamera auf eine Multi-Cam-Produktion mit Bildregie ist der teuerste einzelne Ausstattungsschritt: von einer Kamera, bedient aus dem Studio (im Grundpreis enthalten), über zwei Kameras mit Bildmischung und kompaktem Regieplatz (+8.000–16.000 €) und drei bis vier PTZ-Kameras mit separatem Regieraum (+22.000–42.000 €) bis zu Broadcast-Kameras und -Optiken mit Regie und Remote-Anbindung für verteilte Teams (+45.000–85.000 €).
- Redundanz — für geschäftskritische Formate wie Hauptversammlungen sind doppelte Signalwege, Ersatzgeräte und zweite Netzanbindung nötig. Das erhöht die Investition erheblich, ist bei interner Kommunikation ohne Außenwirkung aber oft verzichtbar.
- Content und Set-Branding — ein Grafik- und Launch-Paket (Bauchbinden, Opener, Set-Gestaltung) liegt typischerweise bei 4.000 bis 11.000 Euro, je nachdem ob eine bestehende CI vorliegt.
- Zusatzoptionen — mehrfach wählbar, sie addieren sich: u. a. Greenscreen mit sauberer Ausleuchtung (2.000–4.500 €), eine LED-Wand als Hintergrund ab ca. 3×2 m (22.000–55.000 €), Teleprompter und Moderationstechnik (1.500–3.800 €), ein Podcast-/Audio-Aufnahmeplatz (3.000–7.500 €) oder Schulung und Redaktionsworkshop fürs Team (1.200–2.800 €).
Praxis-Tipp
Lassen Sie den Raum bewerten, bevor Sie Technik anfragen. Eine Messung von Nachhallzeit und Störgeräuschen kostet wenig, verschiebt aber häufig die gesamte Kalkulation — und verhindert, dass Budget in Kameratechnik fließt, während der Ton am Ende die Qualität begrenzt.
Was in den Zahlen nicht enthalten ist
Vier Positionen, die in ersten Budgets fast immer fehlen
- bauseitige Elektro- und Netzwerkarbeiten, wenn die vorhandene Infrastruktur nicht ausreicht
- Schulung der Mitarbeitenden, die das Studio später bedienen sollen
- laufende Softwarelizenzen und Cloud-Abonnements für Streaming und Grafik
- Ausfallvorsorge und Wartung ab dem zweiten Betriebsjahr
Betriebskosten realistisch einschätzen
Nach dem Aufbau stellt sich die Frage, wer das Studio betreut. Vier Modelle sind üblich — sie unterscheiden sich weniger im Preis als darin, wie viel Verantwortung im eigenen Haus bleibt:
Eigenbetrieb
0 € / Monat
- Team wird geschult und betreibt selbst
- voller Zugriff, keine externen Kosten
- interner Personalaufwand bleibt bestehen
Remote-Support & Monitoring
450–950 € / Monat
- laufende Überwachung der Technik
- Fernwartung und Updates
- Support bei Störungen im Betrieb
Managed Service
1.200–2.200 € / Monat
- alles aus Remote-Support
- Wartung und Ersatzteile inklusive
- planbare Kosten ohne Überraschungen
Voller Managed Service
2.500–4.800 € / Monat
- alles aus Managed Service
- Regiebegleitung bei kritischen Formaten (Regie-Personal)
- definierte Reaktionszeiten per SLA
Wann sich die Investition rechnet
Die einfachste Vergleichsrechnung: Externe Studioanmietung mit Crew liegt je Produktionstag häufig im mittleren vierstelligen Bereich. Bei zwei Produktionen pro Monat entstehen so schnell Kosten, die den Aufbau eines eigenen kompakten Studios innerhalb von zwei bis drei Jahren übersteigen — ohne den Vorteil kurzfristiger Verfügbarkeit und ohne Reisezeiten zu berücksichtigen.
Faustregel
Ab etwa zwei externen Produktionstagen im Monat trägt sich ein kompaktes eigenes Studio typischerweise innerhalb von zwei bis drei Jahren. Darunter ist die Anmietung meist die wirtschaftlichere Wahl.
Häufige Fragen
Was kostet ein kleines Inhouse Studio für CEO-Videos?
Ein kompaktes Studio mit einer Sprecherposition (rund 20 bis 35 Quadratmeter), solidem Licht und Streaming in Full HD liegt als Grundpreis typischerweise bei 22.000 bis 40.000 Euro einmalig, zuzüglich Kamera- und Regie-Zuschlag.
Wie hoch sind die laufenden Kosten für ein Inhouse Studio?
Bei Eigenbetrieb entstehen vor allem interne Personalkosten und Lizenzgebühren. Mit Remote-Support und Monitoring liegen die monatlichen Kosten meist zwischen 450 und 950 Euro, mit Managed Service inklusive Wartung und Ersatzteilen zwischen 1.200 und 2.200 Euro, beim vollen Managed Service inklusive Regie-Personal zwischen 2.500 und 4.800 Euro.
Sind die genannten Preise verbindlich?
Nein. Es handelt sich um indikative Spannen auf Basis vergleichbarer Projekte, netto und zzgl. bauseitiger Leistungen. Der verbindliche Rahmen ergibt sich erst nach einer Bestandsaufnahme von Raum und Infrastruktur.
Weiterführend
Belastbare Zahlen für Ihren Fall?
Im Audit wird aus der Spanne eine konkrete Kalkulation.