Frage & Antwort

Was kostet ein Inhouse Studio?

4 Min. Lesezeit Geprüft August 2026 Indikative Preisspannen, netto

Kurze Antwort

Ein Inhouse Studio kostet als Grundpreis einmalig grob zwischen 10.000 Euro und einem sechsstelligen Betrag — abhängig vom Ausbaugrad, nicht primär von der Unternehmensgröße: Ein einfaches Setup im vorhandenen Raum ohne Umbau liegt am unteren Ende, ein kompaktes Studio mit einer Sprecherposition im niedrigen bis mittleren fünfstelligen Bereich, ein Studio mit eigenem Gastbereich für Moderation und Gast im mittleren bis oberen fünfstelligen Bereich, und ein Multi-Set-Studio mit mehreren Kamerapositionen kann sechsstellig werden. Kamera und Regie kommen als Zuschlag von bis zu rund 85.000 Euro hinzu, je nach Anzahl der Kameras und Regieform. Für kleinere Organisationen ohne Bedarf an einem festen Studio sind produktionsbasierte Formate ab rund 8.000 Euro pro Dreh oft der bessere Einstieg. Kommt ein Managed Service für den laufenden Betrieb hinzu, sind zusätzlich rund 400 bis 5.000 Euro monatlich einzuplanen, je nach Betreuungstiefe.

In 30 Sekunden

  • Grundpreis einmalig ab rund 10.000 € bis in den sechsstelligen Bereich — entscheidend ist der Ausbaugrad, nicht die Unternehmensgröße.
  • Der größte Kostentreiber ist der Raum, nicht die Kamera: schlechte Raumakustik kostet fünfstellig, bevor überhaupt Technik installiert wird.
  • Kamera und Regie kommen als Zuschlag von bis zu rund 85.000 € hinzu; für den laufenden Betrieb 0 bis rund 5.000 € monatlich — je nachdem, ob Sie selbst betreiben oder betreuen lassen.

Woraus ein Inhouse Studio besteht

Wer Kosten einschätzen will, sollte zuerst wissen, was überhaupt beschafft wird. Ein Studio ist kein einzelnes Gerät, sondern ein Zusammenspiel aus Raum, Bildtechnik, Licht und einem Platz, von dem aus gesteuert wird. Der schematische Grundriss zeigt die typische Anordnung:

SET-BEREICH REGIE ≥ 1,5 m 1 2 3 4 5 6
  • 1Hintergrund oder Set-Wand — bestimmt die Bildwirkung
  • 2Sprecherposition mit Abstand zum Hintergrund
  • 3Hauptkamera, frontal
  • 4Zweitkamera für Seitenperspektive (ab mittlerer Stufe)
  • 5Licht: Führungs-, Flächen- und Haarlicht
  • 6Regie- und Bedienplatz, akustisch getrennt
Schematische Draufsicht, nicht maßstabsgetreu. Ein kompaktes Studio kommt mit Position 1, 2, 3 und 5 aus — jede weitere Position erhöht Investition und Bedienaufwand.

Was Unternehmen je nach Größe typischerweise wählen

Die Mitarbeiterzahl ist ein grober Anhaltspunkt — der eigentliche Kostentreiber ist der Ausbaugrad und die Nutzungsintensität, nicht die Unternehmensgröße. Die Bandbreite reicht von einem einfachen Starter-Setup im vorhandenen Raum ohne Umbau über ein kompaktes Studio mit einer Sprecherposition bis zu einem Studio mit eigenem Gastbereich für Moderation und Gast und schließlich einem Multi-Set-Studio mit mehreren Kamerapositionen und eigenem Regieraum. Mit jeder Stufe steigen Raumgröße, Kameraanzahl und Regieaufwand — und damit auch die Investition, von niedrig fünfstellig bis in den sechsstelligen Bereich.

Als Orientierung, wo vergleichbare Organisationen meist landen:

UnternehmensgrößeTypischer AusbauEinmalig (Grundpreis)Betrieb
1–49 MitarbeitendeStarter oder kompaktes Studio, Eigenbetriebrund 10.000–40.000 €intern
50–200Kompaktes Studio + Remote-Supportrund 20.000–40.000 €rund 400–1.000 €/M
201–500Studio mit Gastbereich (Moderation + Gast)rund 60.000–100.000 €rund 1.000–2.500 €/M
501–2.000Multi-Set-Studio, robuster Betriebab rund 100.000 €rund 1.000–2.500 €/M
2.001–10.000Multi-Set-Studio, voller Managed Serviceab rund 100.000 €rund 2.500–5.000 €/M
10.000+Multi-Set mit Redundanzindividuelle Kalkulation

Ihren Fall können Sie im Projektkalkulator in zwei Minuten selbst durchspielen — dort wählen Sie zuerst Ihre Unternehmensgröße und sehen dann eine passende Größenordnung.

Die fünf Kostentreiber

  1. Raumgröße und Zustand — der größte Einzelfaktor. Ein akustisch problematischer Raum mit Glasflächen und harter Lüftung verursacht bauliche Vorleistungen, die schnell einen fünfstelligen Betrag ausmachen, bevor überhaupt Technik installiert wird.
  2. Kameras, Bildmischung und Regie — der Sprung von einer festen Kamera auf eine Multi-Cam-Produktion mit Bildregie ist der teuerste einzelne Ausstattungsschritt: Eine Kamera, bedient aus dem Studio, ist im Grundpreis enthalten. Je mehr Kameras, je aufwendiger die Bildmischung und je eigenständiger der Regieraum, desto höher der Zuschlag — von einem kompakten Regieplatz mit zwei Kameras bis zu einem Broadcast-Setup mit Remote-Anbindung für verteilte Teams reicht die Bandbreite bis zu rund 85.000 Euro.
  3. Redundanz — für geschäftskritische Formate wie Hauptversammlungen sind doppelte Signalwege, Ersatzgeräte und zweite Netzanbindung nötig. Das erhöht die Investition erheblich, ist bei interner Kommunikation ohne Außenwirkung aber oft verzichtbar.
  4. Content und Set-Branding — ein Grafik- und Launch-Paket (Bauchbinden, Opener, Set-Gestaltung) liegt typischerweise bei rund 4.000 bis 10.000 Euro, je nachdem ob eine bestehende CI vorliegt.
  5. Zusatzoptionen — mehrfach wählbar, sie addieren sich: u. a. Greenscreen mit sauberer Ausleuchtung (rund 2.000–4.500 €), eine LED-Wand als Hintergrund ab ca. 3×2 m (rund 20.000–55.000 €), Teleprompter und Moderationstechnik (rund 1.500–4.000 €), ein Podcast-/Audio-Aufnahmeplatz (rund 3.000–7.500 €) oder Schulung und Redaktionsworkshop fürs Team (rund 1.000–3.000 €).

Praxis-Tipp

Lassen Sie den Raum bewerten, bevor Sie Technik anfragen. Eine Messung von Nachhallzeit und Störgeräuschen kostet wenig, verschiebt aber häufig die gesamte Kalkulation — und verhindert, dass Budget in Kameratechnik fließt, während der Ton am Ende die Qualität begrenzt.

Was in den Zahlen nicht enthalten ist

Vier Positionen, die in ersten Budgets fast immer fehlen

  • bauseitige Elektro- und Netzwerkarbeiten, wenn die vorhandene Infrastruktur nicht ausreicht
  • Schulung der Mitarbeitenden, die das Studio später bedienen sollen
  • laufende Softwarelizenzen und Cloud-Abonnements für Streaming und Grafik
  • Ausfallvorsorge und Wartung ab dem zweiten Betriebsjahr

Betriebskosten realistisch einschätzen

Nach dem Aufbau stellt sich die Frage, wer das Studio betreut. Vier Modelle sind üblich — sie unterscheiden sich weniger im Preis als darin, wie viel Verantwortung im eigenen Haus bleibt:

Eigenbetrieb

0 € / Monat

  • Team wird geschult und betreibt selbst
  • voller Zugriff, keine externen Kosten
  • interner Personalaufwand bleibt bestehen

Remote-Support & Monitoring

rund 400–1.000 € / Monat

  • laufende Überwachung der Technik
  • Fernwartung und Updates
  • Support bei Störungen im Betrieb

Managed Service

rund 1.000–2.500 € / Monat

  • alles aus Remote-Support
  • Wartung und Ersatzteile inklusive
  • planbare Kosten ohne Überraschungen

Voller Managed Service

rund 2.500–5.000 € / Monat

  • alles aus Managed Service
  • Regiebegleitung bei kritischen Formaten (Regie-Personal)
  • definierte Reaktionszeiten per SLA

Wann sich die Investition rechnet

Die einfachste Vergleichsrechnung: Externe Studioanmietung mit Crew liegt je Produktionstag häufig im mittleren vierstelligen Bereich. Bei zwei Produktionen pro Monat entstehen so schnell Kosten, die den Aufbau eines eigenen kompakten Studios innerhalb von zwei bis drei Jahren übersteigen — ohne den Vorteil kurzfristiger Verfügbarkeit und ohne Reisezeiten zu berücksichtigen.

Faustregel

Ab etwa zwei externen Produktionstagen im Monat trägt sich ein kompaktes eigenes Studio typischerweise innerhalb von zwei bis drei Jahren. Darunter ist die Anmietung meist die wirtschaftlichere Wahl.

Häufige Fragen

Was kostet ein kleines Inhouse Studio für CEO-Videos?

Ein kompaktes Studio mit einer Sprecherposition (rund 20 bis 35 Quadratmeter), solidem Licht und Streaming in Full HD liegt als Grundpreis grob zwischen 20.000 und 40.000 Euro einmalig, zuzüglich Kamera- und Regie-Zuschlag.

Wie hoch sind die laufenden Kosten für ein Inhouse Studio?

Bei Eigenbetrieb entstehen vor allem interne Personalkosten und Lizenzgebühren. Mit Remote-Support und Monitoring liegen die monatlichen Kosten meist im Bereich von rund 400 bis 1.000 Euro, mit Managed Service inklusive Wartung und Ersatzteilen bei rund 1.000 bis 2.500 Euro, beim vollen Managed Service inklusive Regie-Personal bei rund 2.500 bis 5.000 Euro.

Sind die genannten Preise verbindlich?

Nein. Es handelt sich um indikative Spannen auf Basis vergleichbarer Projekte, netto und zzgl. bauseitiger Leistungen. Der verbindliche Rahmen ergibt sich erst nach einer Bestandsaufnahme von Raum und Infrastruktur.

Weiterführend

Preisangaben sind grobe Richtwerte (netto, zzgl. bauseitiger Leistungen) auf Basis vergleichbarer Projekte und können im Einzelfall deutlich abweichen. Eine erste Orientierung für Ihren Fall liefert der Projektkalkulator, eine belastbare Zahl erst das Erstgespräch. Zuletzt geprüft: August 2026.

Belastbare Zahlen für Ihren Fall?

Im Audit wird aus der Spanne eine konkrete Kalkulation.

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