Glossar

Inhouse Studio

2 Min. Lesezeit Geprüft August 2026 Begriffserklärung

Kurzdefinition

Ein Inhouse Studio ist ein dauerhaft eingerichteter Produktionsraum im eigenen Unternehmen, in dem Video- und Streaming-Formate ohne externe Anmietung produziert werden. Typischer Umfang: 20 bis 70 Quadratmeter, akustisch bedämpft, mit fest installierter Kamera-, Licht- und Tontechnik sowie einer Bedienlogik, die auch ohne Technikpersonal funktioniert.

Bauliche Grundvoraussetzungen

Nicht jeder freie Raum eignet sich. Drei Faktoren entscheiden über die erreichbare Qualität, und sie lassen sich später nur mit erheblichem Aufwand korrigieren:

  • Raumhöhe — unter etwa 2,80 Meter wird die Lichtführung schwierig, weil Leuchten zu flach stehen und harte Schatten erzeugen. Ab 3,20 Meter entsteht deutlich mehr Gestaltungsfreiheit.
  • Raumakustik — Nachhallzeit ist der am häufigsten unterschätzte Punkt. Glasflächen, Beton und Parkett erzeugen einen Hall, den keine Mikrofonwahl später ausgleicht.
  • Störgeräusche — Lüftung, Aufzugsschächte, angrenzende Verkehrsflächen. Eine Klimaanlage, die während der Aufzeichnung nicht abgeschaltet werden kann, begrenzt die Tonqualität dauerhaft.

Typische Ausstattungsstufen

Kompakt

CEO-Videobotschaften, Einzelinterviews

  • 1–2 feste Kameras
  • Grundlicht
  • Ansteckmikrofone
  • Streaming in Full HD

Professional

Townhalls, moderierte Formate mit Gästen

  • Multi-Cam mit Bildmischung
  • Lichtszenen
  • Grafikeinspielung
  • Redundanz

Broadcast

geschäftskritische Formate, Hauptversammlungen

Was oft vergessen wird

Drei Positionen, die in fast jeder ersten Planung fehlen

  • Stauraum für Technik und Setelemente
  • Vorbereitungsbereich für Sprecher — Maske, Ablage, Ruhe vor dem Take
  • Netzwerkanbindung mit ausreichender, garantierter Upload-Bandbreite — bei Livestreaming der häufigste technische Engpass, häufiger als die Kameratechnik

Abgrenzung zur Anmietung

Ein Inhouse Studio ersetzt nicht jede externe Produktion. Beide Wege haben einen klaren Bereich, in dem sie sinnvoll sind:

Eigenes Studio

  • jederzeit verfügbar, ohne Anmietung
  • wiederholbare Abläufe und gleichbleibende Qualität
  • Vertraulichkeit im eigenen Haus

Typisch für sensible interne Themen und wiederkehrende Formate.

vs.

Externe Anmietung

  • Flächen und Technik für Publikum vor Ort
  • aufwendige Setbauten ohne eigene Investition

Typisch für einmalige Großformate.

Häufige Fragen

Wie viel Fläche braucht ein Inhouse Studio mindestens?

Für eine Sprecherposition mit sauberem Hintergrundabstand sind etwa 20 bis 35 Quadratmeter praktikabel. Für Moderation mit Gast und Kamerabewegung sollten 35 bis 70 Quadratmeter eingeplant werden.

Kann ein Besprechungsraum zum Studio umgebaut werden?

Häufig ja, sofern Raumhöhe und Störgeräuschsituation passen. Kritisch sind meist die Akustik und eine Lüftung, die sich nicht temporär abschalten lässt.

Weiterführend

Zuletzt geprüft: August 2026 · creakom.tv

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