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Interview-Video im Unternehmen drehen: Ablauf und Kosten

Was ein Interview-Dreh im Unternehmen kostet, wie ein Drehtag abläuft und wie Sie Gesprächspartner vorbereiten, damit aus O-Tönen sendefähige Clips werden.

8 Min. Lesezeit Marvin Ruth

Ein Interview-Dreh im Unternehmen kostet rund 2.000 bis 3.500 Euro netto für eine Person mit kompaktem Team und Schnitt. Ein fester Drehtag mit bis zu sechs Gesprächspartnern und drei fertigen Clips liegt bei 2.900 Euro. Ob aus dem Material gute Clips werden, entscheidet sich vor dem Drehtag: bei der Wahl eines ruhigen Ortes, bei sauberem Ton und bei Gesprächspartnern, die wissen, was sie gefragt werden.

Was ein Interview-Dreh im Unternehmen kostet

Interviews gehören zu den günstigeren Videoformaten, weil keine Szenen aufgebaut, keine Drehorte gewechselt und keine Darsteller geführt werden müssen. Der Preis hängt vor allem davon ab, wie viel Team am Set steht und wie viele Fassungen aus dem Material entstehen.

2.000–3.500 € Interview-Dreh, eine Person, Schnitt inklusive
2.900 € Festpreis für einen Drehtag mit bis zu 6 Gesprächspartnern
5 Werktage Vom Dreh bis zu den sendefähigen Clips im Festpreis-Paket

Netto, Richtwerte aus dem creakom.tv Projektkalkulator und dem Festpreis-Paket „Interview- & Statement-Tag“. Im Paket sind drei fertig geschnittene Clips mit Farbkorrektur, 9:16-Fassungen für Social und Intranet sowie deutsche und englische Untertitel enthalten. Ein zusätzlicher Clip aus demselben Drehtag kostet 450 Euro.

Basis: 1 Person, Schnitt
2.000–3.500 €
+ Tonoperator
+750–1.000 €
+ Ton und Beleuchter
+1.200–1.750 €
+ Volles Team, Multi-Kamera und Cinematic
+2.500–3.500 €
Social-Fassungen, Untertitel
+500–1.500 €

Einen Überblick über Preise für andere Videoformate gibt der Beitrag Videoproduktion München: Kosten und Preise 2026 für Unternehmensvideos.

Welches Team zu welchem Interview passt

Mehr Team bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis. Entscheidend ist, wie kritisch der O-Ton ist und wie viele Menschen im Bild sind.

SetupGeeignet fürGrenze
Eine Kamera, vorhandenes LichtKurze Statements, Intranet-Updates, ruhige RäumeTon hängt vom Raum ab und lässt sich später kaum verbessern
Mit TonoperatorVorstand, Presse, Aussagen, die wörtlich zitiert werdenKein eigenes Licht, Bildqualität hängt vom Raum ab
Mit Ton und BeleuchterKundenstimmen, Recruiting-Clips, externe VeröffentlichungMehr Aufbauzeit je Gesprächspartner
Volles Team mit mehreren KamerasDialog zu zweit, Podiumsgespräch, MarkenauftrittNur sinnvoll, wenn der Schnitt mehrere Perspektiven nutzt

Ort und Ton: Wo im Unternehmen gedreht wird

Ein eigenes Studio ist für Interviews nicht nötig. Lobby, Atrium, ein Besprechungsraum oder eine Ecke im Büro reichen aus, wenn drei Dinge stimmen: Der Raum ist ruhig, das Licht kommt nicht aus dem Rücken der Person, und der Hintergrund hat Tiefe und lenkt nicht ab.

  • Ruhe vor Schönheit. Ein schlichter Raum mit gutem Ton schlägt eine repräsentative Lobby mit Hall und Durchgangsverkehr. Klima- und Lüftungsanlagen, Kaffeemaschinen und Türen hört man auf der Aufnahme besser als im Raum.
  • Fenster seitlich, nicht dahinter. Steht die Person vor einer Glasfront, wird sie zur Silhouette, oder die Kamera blendet das Gesicht ab. Tageslicht von der Seite wirkt natürlich und lässt sich mit einer Softbox ergänzen.
  • Ein Anstecker-Mikrofon pro Person. Das Mikrofon der Kamera nimmt den Raum mit auf. Ein Mikrofon am Revers liefert die Stimme direkt und bleibt auch bei Bewegung stabil.
  • Der Hintergrund erzählt mit. Pflanzen, Regale oder ein sichtbares Firmenlogo zeigen, wo gedreht wird, ohne dass ein Roll-up im Bild stehen muss.
Zwei Gesprächspartner sitzen in einem Atrium, im Vordergrund eine Kamera, deren Monitor das Interview zeigt
Kein Studio, sondern ein Atrium: Zwei Hocker, ein Tisch und seitliches Tageslicht genügen. Der Monitor an der Kamera zeigt, wie die Aufnahme später aussieht.

Der häufigste Fehler

Der Ort wird nach dem Aussehen gewählt und nicht nach dem Klang. Die Aufnahme im offenen Foyer wirkt auf dem Bild großzügig, auf dem Ton hört man Schritte, Gespräche und den Hall der Halle. Anders als beim Bild lässt sich das im Schnitt kaum korrigieren. Dann bleibt ein Nachdreh oder ein Clip, der nur mit Untertiteln funktioniert. Ein kurzer Ortstermin mit einer Probeaufnahme vorab ist die günstigste Absicherung.

Ablauf eines Drehtags mit mehreren Gesprächspartnern

Bei einem Interview-Tag stehen Kamera, Licht und Ton den ganzen Tag am selben Platz, und die Gesprächspartner wechseln. Das hält die Kosten niedrig, verlangt aber einen engen Zeitplan, damit niemand wartet und niemand zu früh in die Aufnahme geschickt wird.

  • Eine Woche vorher: Leitfaden und Terminplan. Die Fragen stehen fest, jede Person hat einen Zeitslot, und alle kennen Ort und Ablauf.
  • Morgens: Aufbau und Check. Licht, Bildausschnitt und Ton werden eingerichtet und mit einer Testperson geprüft, bevor die erste Gesprächspartnerin kommt.
  • Pro Gesprächspartner: Slot mit Puffer. Planen Sie je Person deutlich mehr Zeit ein, als das Gespräch dauert. Kurz vorher werden Mikrofon angelegt, Pegel geprüft und die erste Frage zur Einstimmung gestellt.
  • Zwischen den Gesprächen: Sichtung. Das Kamerateam prüft kurz, ob Ton und Bild sauber sind. Fehler fallen so auf, solange die Person noch im Haus ist.
  • Danach: Schnitt und Ausspielung. Aus dem Material entstehen die Clips, im Festpreis-Paket innerhalb von fünf Werktagen.

Gesprächspartner vorbereiten

Die meisten Menschen sind vor der Kamera zunächst angespannt. Dass sie stocken oder einen Satz abbrechen, ist normal und liegt selten an mangelnder Eignung, sondern an fehlender Vorbereitung.

  • Fragen vorab, Antworten nicht. Wer die Fragen kennt, spricht ruhiger. Ein ausformulierter Text dagegen klingt abgelesen. Stichworte reichen.
  • In ganzen Sätzen antworten. Die Antwort muss ohne die Frage verständlich sein: „Wir haben das Projekt im Frühjahr gestartet“ statt „Im Frühjahr“. Die Interviewerin wird im Clip meist nicht gehört.
  • Eine Aussage pro Antwort. Kurze, abgeschlossene Antworten lassen sich schneiden. Lange, verschachtelte dagegen nicht.
  • Zweiter Versuch ist erlaubt. Bei einem Versprecher beginnt die Person den Satz neu. Im Schnitt bleibt nur die gelungene Fassung.
  • Einwilligung klären. Wo, wie lange und auf welchen Kanälen das Video verwendet wird, sollte schriftlich festgehalten sein. Das stimmen Sie mit Datenschutz und Rechtsabteilung ab, besonders bei Mitarbeitenden und externer Veröffentlichung.

Fragen, die gute O-Töne liefern

Die Qualität eines Interviews hängt stark von den Fragen ab. Geschlossene Fragen, die sich mit Ja oder Nein beantworten lassen, ergeben kurze Antworten ohne Inhalt. Offene Fragen, die nach Erlebnissen und Beispielen fragen, ergeben Aussagen, die sich zitieren lassen.

Statt …Besser …Warum
„Sind Sie zufrieden mit dem Projekt?“„Was hat sich durch das Projekt konkret verändert?“Verlangt ein Beispiel statt eines Urteils
„Wie war die Zusammenarbeit?“„Woran haben Sie gemerkt, dass es gut läuft?“Erzeugt eine Szene, die man im Clip sieht
„Was ist Ihre Aufgabe im Unternehmen?“„Woran arbeiten Sie diese Woche?“Konkret und leicht zu beantworten, ohne Lebenslauf
„Möchten Sie noch etwas sagen?“„Was sollten Kolleginnen und Kollegen darüber wissen?“Gibt dem Schluss eine Richtung

Drei bis fünf Fragen je Gesprächspartner reichen. Mehr Fragen verlängern den Dreh, aber nicht die Zahl der brauchbaren Clips, weil der Schnitt ohnehin die stärksten Antworten auswählt.

Aus einem Drehtag mehrere Formate machen

Der Aufwand eines Drehtags liegt im Aufbau und in der Organisation, nicht im zusätzlichen Clip. Deshalb lohnt es sich, vorab festzulegen, wo die Clips laufen: als Querformat im Intranet oder auf der Website, als 9:16-Fassung für Social Media, mit Untertiteln für Orte, an denen der Ton aus bleibt. Die ideale Länge hängt vom Einsatz ab. Für interne Kurzupdates sind unter zwei Minuten sinnvoll, wie der Beitrag Warum interne Mitarbeitervideos nicht zu Ende geschaut werden zeigt.

Faustregel

Ein Clip beantwortet eine Frage. Wer aus einem Gespräch von zwanzig Minuten einen einzigen langen Film schneidet, verliert die Zuschauenden nach den ersten Sätzen. Drei kurze Clips mit je einer Aussage werden häufiger angesehen und lassen sich einzeln weiterverwenden.

Häufige Fragen zum Interview-Dreh

Brauchen wir für Interviews ein Studio?

Nein. Ein ruhiger Raum im eigenen Haus reicht aus, wenn Ton und Licht stimmen. Ein Studio lohnt sich erst, wenn regelmäßig Interviews oder Ansprachen anfallen. Ab welcher Frequenz das der Fall ist, steht in Lohnt sich ein Inhouse Studio?

Wie viele Gesprächspartner passen an einen Drehtag?

Im Festpreis-Paket sind es bis zu sechs. Bei längeren Gesprächen oder aufwendigerem Licht je Person sind es weniger. Die Zahl hängt davon ab, wie viel Umbau zwischen den Gesprächen nötig ist.

Wann braucht es einen eigenen Tonoperator?

Immer dann, wenn Aussagen wörtlich zitiert oder veröffentlicht werden, etwa bei Vorstand oder Presse. Ein Tonoperator überwacht den Ton laufend und greift ein, wenn ein Mikrofon rauscht oder verrutscht. Er kostet im Festpreis-Paket ca. 750 Euro zusätzlich.

Welche Sprachen und Formate sind enthalten?

Das Festpreis-Paket enthält deutsche und englische Untertitel, die per KI übersetzt werden, sowie 9:16-Fassungen für Social Media und Intranet. Eine weitere Untertitelsprache kostet 150 Euro. Zur Frage, wann KI-erzeugte Inhalte gekennzeichnet werden müssen, gibt der Beitrag KI in der Unternehmenskommunikation eine Einordnung.

Wie viel Vorlauf braucht ein Interview-Tag?

Das Festpreis-Paket startet ab zwei Wochen Vorlauf. In dieser Zeit werden Gesprächspartner, Ort, Fragen und Einwilligungen geklärt. Die fertigen Clips liegen fünf Werktage nach dem Dreh vor.

Fazit

Ein Interview-Video im Unternehmen ist ein planbares Format: Mit einem Preis von rund 2.000 bis 3.500 Euro je Person oder 2.900 Euro für einen Drehtag mit mehreren Gesprächspartnern sind die Kosten überschaubar. Ob das Ergebnis überzeugt, hängt weniger vom Equipment ab als vom Ort, vom Ton und von Gesprächspartnern, die vorbereitet sind. Wer diese drei Dinge klärt, bevor die Kamera läuft, bekommt aus einem Drehtag Material für mehrere Monate.

Weiterführend

Veroeffentlicht am 29. Oktober 2026 · Marvin Ruth
Quellen: Preisspannen aus dem creakom.tv Projektkalkulator (Format „Video & Contentproduktion“) und dem Paket „Interview- & Statement-Tag“, jeweils netto. Einschätzungen zu Ablauf und Vorbereitung aus eigenen Interview-Produktionen für Unternehmen 2023–2026.

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