Events & Livestreaming

Pressekonferenz live streamen in München: Technik und Kosten

Was der Livestream einer Pressekonferenz in München braucht: Sendersignal, Fragen aus der Ferne, Ausfallschutz und Kosten von 2.000 bis 9.500 Euro netto.

1 Min. Lesezeit Marvin Ruth

Der Livestream einer Pressekonferenz kostet in München je nach Aufwand rund 2.000 bis 4.000 Euro für ein einfaches Setup mit ein bis zwei Kameras und rund 5.000 bis 9.500 Euro für eine Mehrkamera-Produktion mit Live-Regie, jeweils netto. Das eigentliche Streaming ist dabei der kleinste Teil. Auf drei andere Punkte kommt es an: ein sauberes Signal, das Redaktionen und Agenturen weiterverwenden können, Fragen von Journalisten, die nicht im Saal sitzen, und ein Ausfallschutz, weil es für eine Pressekonferenz keinen zweiten Termin gibt.

Wer eine Pressekonferenz online sieht, braucht jeweils etwas anderes

Bei einem Firmen-Townhall schaut die eigene Belegschaft zu. Bei einer Pressekonferenz sind es drei Gruppen mit unterschiedlichen Anforderungen, und die Technik muss alle drei bedienen. Wer nur einen YouTube-Link bereitstellt, deckt meist nur die dritte ab.

ZielgruppeBrauchtTechnische Folge
Redaktionen vor OrtZugang zu Bild und Ton, Sicht auf das PodiumAbgriff des Saaltons für Kamerateams, abgestimmter Kamerastandort
Redaktionen und Agenturen remoteSendefähiges Bild ohne Einblendungen, Ton in definierter Qualität, Möglichkeit zu RückfragenSeparates Sendersignal, Einwahl für Fragen
Öffentlichkeit und Social MediaStabiler Stream, Link zum Weiterleiten, Aufzeichnung danachLivestream auf Plattform oder eigener Seite, Mitschnitt als Datei

Was der Livestream einer Pressekonferenz kostet

Die Kosten steigen mit der Zahl der Kameras und der Komplexität der Regie, nicht mit der Länge der Veranstaltung. Eine Pressekonferenz dauert meist weniger als eine Stunde, die Vorbereitung vor Ort ist trotzdem mit einem halben bis ganzen Produktionstag zu rechnen.

Ein bis zwei Kameras
2.000–4.000 €
Mehrkamera mit Live-Regie
5.000–9.500 €
Aufpreis Zweitverbindung
+1.000–4.000 €

Für Pressetermine fallen häufig drei Zusatzposten an: eine moderierte Betreuung der Fragen aus der Ferne (rund 500 bis 1.200 Euro pro Tag), eine redundante Netzanbindung und, wenn Medien aus dem Ausland zuschauen, eine KI-gestützte Untertitelung ab etwa 300 Euro. Eine klassische Simultanübersetzung mit Dolmetscherkabine liegt mit 1.500 bis 5.000 Euro je Sprache deutlich darüber. Die Werte sind Richtwerte, die Grundlage steht auf der Wissensseite Was kostet eine Livestreaming-Produktion?

Das Sendersignal: Warum der Stream allein nicht reicht

Fernseh- und Hörfunkredaktionen, Nachrichtenagenturen und Online-Medien wollen Bild und Ton nicht von einer Streaming-Plattform abgreifen. Sie brauchen ein Signal, das sie in die eigene Produktion einspeisen können: ohne Logo, ohne eingeblendete Namen, ohne Chatfenster, mit sauberem Ton. Dafür wird neben dem Stream ein zweiter Signalweg aufgebaut, in der Praxis über professionelle IP-Übertragungsprotokolle wie SRT oder NDI oder per klassischem SDI-Ausgang an einen Übertragungswagen.

Beim Ton hilft ein einfacher Grundsatz: Das Podium wird einmal sauber abgenommen und das Signal an alle verteilt, also an den Livestream, an die Kamerateams im Saal und an die Beschallung. Wenn jedes Team selbst Mikrofone ans Pult klemmt, entstehen Rückkopplungen, ein übervolles Pult und unterschiedliche Pegel. Die Tontechnik für Firmenevents ist im Beitrag Livestream Ton in München ausführlicher beschrieben.

Livestream-Aufbau bei einer Pressekonferenz
Bei Pressekonferenzen liegen Kamerastandorte und Tonabgriff fest, bevor die ersten Journalisten eintreffen. Nachträglich lassen sie sich im Saal kaum noch verändern.

Fragen aus der Ferne: Über Videokonferenz, nicht über den Stream

Journalisten, die nicht in München sind, wollen Fragen stellen. Der Livestream eignet sich dafür schlecht, weil er je nach Plattform mehrere Sekunden bis deutlich über zehn Sekunden hinter dem Geschehen liegt. Wer seine Frage im Chat eintippt, bezieht sich dann auf einen Satz, der im Saal längst überholt ist.

Besser ist ein eigener Rückkanal: Die Fragenden wählen sich per Teams oder Zoom ein, eine Moderation ordnet die Wortmeldungen, und das Bild der Fragenden wird bei Bedarf auf eine Kontrollanzeige am Podium gelegt. Die Antworten gehen dann wieder in den Stream und ins Sendersignal. Die Anbindung der Videokonferenz an die Regie sollte vor dem Termin getestet werden, mit denselben Zugangsdaten wie am Veranstaltungstag.

Der häufigste Fehler

Stream, Sendersignal und Videokonferenz laufen aus einem einzigen Encoder oder einer einzigen Internetleitung. Fällt sie aus, verlieren Öffentlichkeit, Redaktionen und Fragende gleichzeitig die Verbindung, mitten in der Erklärung. Die Signalwege müssen sich unabhängig voneinander wiederherstellen lassen, mindestens durch eine zweite Netzanbindung. Wie das bei geschäftskritischen Übertragungen aussieht, zeigt der Beitrag Livestream-Ausfall bei der Hauptversammlung.

Location in München: Was vorab geprüft werden muss

Pressekonferenzen finden in Hotels, in Firmenzentralen, in VeranstaltungsÂräumen oder in Besprechungsräumen der Auftraggeber statt. Die Medien, die berichten, sitzen zu einem großen Teil in der Stadt oder im Umland. Das verkürzt die Wege, bedeutet aber auch, dass viele Kamerateams gleichzeitig anreisen und im Saal Platz brauchen. Für die Streaming-Technik zählen vier Prüfpunkte:

  • Netzanbindung — ein Kabelanschluss mit gesicherter Bandbreite für den Upload, kein geteiltes Gäste-WLAN. Warum das so oft scheitert, steht im Beitrag Livestream scheitert am WLAN.
  • Licht und Gegenlicht — Fensterfronten hinter dem Podium machen das Bild für Kameras unruhig. Verdunkelung oder ein anderer Standort für das Podium löst das besser als Nachregeln.
  • Akustik — hallige Säle mindern die Sprachverständlichkeit im Stream stärker als im Raum. Mehr dazu im Glossar unter Raumakustik.
  • Zugang und Aufbau — Anlieferung, Parkmöglichkeit in der Innenstadt und Aufbauzeit vor Einlass. Ein Aufbau, der erst kurz vor Beginn starten darf, lässt keinen Probelauf zu.

Eine ausführlichere Prüfliste für Münchner Veranstaltungsorte bietet der Beitrag Eventlocation für Livestreaming in München richtig prüfen.

Kurzfristige Termine und rechtliche Punkte

Pressekonferenzen werden oft mit wenigen Tagen Vorlauf angesetzt, etwa nach einer Ad-hoc-Mitteilung oder bei einem Krisenfall. Dann lässt sich nicht mehr alles neu planen. Was hilft, ist eine vorbereitete Checkliste und ein Partner, der die Abläufe schon kennt. Festpreis-Pakete für einfache Formate haben einen Vorlauf von etwa drei Wochen, kürzere Termine sind möglich, setzen aber voraus, dass Location, Netz und Ansprechpartner schnell geklärt sind.

Checkliste für den Tag davor

Netzanschluss und Strom am Podium sind belegt. Kamerastandorte sind mit Hausverwaltung und Sicherheitsdienst abgesprochen. Ein Probelauf mit Sendersignal und Videokonferenz ist abgeschlossen. Der Einladungstext enthält den Hinweis auf Livestream und Aufzeichnung. Eine Sperrfrist oder ein Embargo ist, falls vorhanden, im Ablauf der Regie hinterlegt.

Zwei Punkte gehören zur Abstimmung mit der Rechtsabteilung: der Hinweis auf Bild- und Tonaufnahmen für anwesende Journalisten und die Frage, ob die Aufzeichnung später öffentlich bleibt oder nur für Medien bereitsteht. Beides lässt sich in der Einladung regeln und kostet keine zusätzliche Technik.

Fazit

Eine Pressekonferenz zu streamen ist technisch kein großer Aufwand, wenn die Signalwege vorab sauber geplant sind. Die Kosten liegen im vierstelligen Bereich und hängen stärker an der Regie und am Ausfallschutz als am Stream selbst. Wer ein Sendersignal getrennt vom öffentlichen Stream führt, Fragen aus der Ferne über einen eigenen Rückkanal laufen lässt und die Location vorher prüft, vermeidet die Fehler, die bei einer Veranstaltung ohne zweiten Versuch am meisten kosten.

Weiterführend

Veroeffentlicht am 20. Oktober 2026 · Marvin Ruth
Quellen: Richtwerte netto aus eigener Projektpraxis, Stand 2026. Detailwerte und Aufpreise: Was kostet eine Livestreaming-Produktion?

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